Geheimdienste verwenden seit Jahren die
Kommunikations-Analyse (wer mit wem kommuniziert), um die Struktur von Organisationen aufzudecken. Teilweise gelingt es damit, die Verschlüsselung von Inhalten der Kommunikation auszuhebeln und umfangreiche Informationen zu beschaffen.
Du kannst dich nicht mehr verstecken.
Auch ohne Kenntnis der Gesprächs- oder Nachrichteninhalte – die nur durch Hineinhören zu erlangen wäre – lässt sich allein aus dem zeitlichen Kontext und der Reihenfolge des Kommunikationsflusses eine hohe Informationsgüte extrahieren, nahezu vollautomatisch. (Frank Rieger)
Die Verwendung der Daten demonstriert das Projekt
"Gegenwirken" der niederländischen Dienste. In regierungskritischen Organisationen werden die Aktivisten identifiziert, deren Engagement für die Gruppe wesentlich ist. Diese Aktivisten werden mit kleinen Schikanen beschäftigt um die Arbeit der Gruppe zu schwächen. Das Spektrum reicht von ständigen Steuerprüfungen bis zu Hausdurchsuchungen bei harmlosen Bagatelldelikten. Gibt es das auch in Deutschland? [
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Zivile Kommunikations-Analyse
Zunehmend wird auch im zivilen Bereich diese Analyse eingesetzt. Das Ziel ist es, Meinungsmacher und kreative Köpfe in Gruppen zu identifizieren, gezielt mit Werbung anzusprechen und sie zu manipulieren. Im Gegensatz zu den Diensten haben Unternehmen meist keinen Zugriff auf Verbindungsdaten von Telefon und Mail. Es werden öffentlich zugängliche Daten gesammelt.
Die Freundschaftsbeziehungen in sozialen Netzen wie Facebook oder ...VZ werden analysiert, Twitter bietet ein umfangreichen Datenpool oder die Kommentare in Blogs und Foren. Teilweise werden von Unternehmen gezielt Blogs und Foren zu bestimmten Themen aufgesetzt, um Daten zu generieren.
In diesen Communitys wird Position einzelner Mitglieder anylsiert, um die "Meinungsmacher" zu finden.
Forschung auf dem Gebiet
Gegenwärtig ist die Analyse von Gruppen Gegenstand intensiver Forschung (sowohl im zivilen wie auch geheimdienstlichem Bereich). Die TU Berlin hat zusammen mit der Wirtschaftsuniversität Wien erfolgversprechende Ergebnisse zur
Rasterfahndung nach Meinungsmachern veröffentlicht. Die EU hat mit
INDECT ein ambitioniertes Forschungsprojekt gestartet, um das Web 2.0 für die Dienste zu erschließen und direkt mit der ständig erweiterten Video-Überwachung zu verbinden.