Tracking des Surfverhaltens
Viele Dienste im Web nutzen die Möglichkeiten, das Surfverhalten zu verfolgen, zu analysieren und die gesammelten Daten zu versilbern. Die dabei entstehenden Nutzerprofile sind inzwischen sehr aussagekräftig. Wie das Wall Street Journal in einer
Analyse beschreibt, können das Einkommen, Alter, politische Orientierung und weitere persönliche Daten der Surfer eingeschätzt werden oder die Wahrscheinlichkeit einer Kreditrückzahlung.
Häufig werden für Tracking Werbeeinblendungen genutzt. Die in Webseiten darstellte Werbung wird nur von wenigen Anbietern zur Verfügung gestellt. Diese verwenden verschiedene Möglichkeiten, um Surfer zu erkennen, das Surfverhalten Website übergreifend zu erfassen und anhand dieser Daten Nutzerprofile zu generieren.
Neben Werbung und Cookies werden auch HTML-Wanzen (so genannten Webbugs) für das Tracking eingesetzt. Dabei handelt es sich um 1x1-Pixel große transparente Bildchen, welche in den HTML-Code einer Webseite oder einer E-Mail eingebettet werden. Sie sind für den Nutzer unsichtbar, werden beim Betrachten einer Webseite oder Öffnen der E-Mail vom externen Server geladen und hinterlassenen in den Logs des Servers Spuren für eine Verfolgung des Surfverhaltens.
Gesetzliche Schranken scheint man großflächig zu ignorieren. Die Universität Karlsruhe hat eine Studie veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kommt, dass
nur 5 von 100 Unternehmen im Internet geltende Gesetze zum Datenschutz respektieren. Der Nutzer ist also auf Selbstschutz angewiesen.
Tracking von Dokumenten
Die Firma ReadNotify bietet einen Service, der E-Mails, Word-Dokumente und PDF-Dateien mit speziellen unsichtbaren Elementen versieht. Diese werden beim Öffnen einer E-Mail oder eines Dokumentes vom Server der Firma nachgeladen und erlauben somit eine Kontrolle, wer wann welches Dokument öffnet. Via Geo-Location ermittelt ReadNotify auch den ungefähren Standort des Lesers.
Die Markierung von E-Mail Newslettern ist relativ weit verbreitet, aber nicht immer legal. Es wird nicht nur im kommerziellen Bereich verwendet. Auch die CDU Brandenburg markierte ihre Newsletter über einen längeren Zeitraum, um zu überprüfen, wann und wo sie gelesen wurden.
Nutzen der Informationen für Angriffe
Neben der unerwünschten Protokollierung der Daten besteht die Gefahr, dass böswillige Betreiber von Websites die Informationen über die verwendeten Versionen der Software gezielt ausnutzen, um mittels bekannter Exploits (Sicherheitslücken) Schadensroutinen einzuschleusen und damit die Kontrolle über den Rechner zu erlangen.
Derartig übernommene Rechner werden häufig als Spamschleuder missbraucht oder nach sensiblen Informationen (z.B. Kontodaten) durchsucht. Es sind auch gezielte Anwendungen zur Spionage bekannt. Das von chinesischen Hackern mit manipulierten PDF-Dokumenten aufgebaute
Ghostnet konnte 2008 erfolgreich die Computersysteme von westlichen Regierungen und des Dalai Lama infizieren. Eine Analyse des Kontrollzentrums
Ghost RAT zeigte die umfangreichen Möglichkeiten der Malware. Es konnten Keylogger installiert werden, um an Bankdaten und Passwörter zu gelangen, das Mikrofon konnte für die Raumüberwachung genutzt werden.....